Die Geburt meiner Tochter machte mich depressiv - wie ich lernte, sie trotzdem zu lieben

Ich habe es nicht kommen sehen. Vielleicht weil es nur selten diskutiert wird. Und wenn es diskutiert wird, dann geht es um Mütter. Aber als meine Tochter nach Jahren des Wartens geboren wurde, empfand ich nichts für sie.Vielleicht lag es an den vielen Besuchen. Leute kamen vorbei, um das Baby zu sehen und uns zu helfen. Sie meinten es nur gut. Aber mir half es nicht. Bei allem was kurz nach der Geburt los war, fiel mir mein Zustand zuerst gar nicht auf. Ich hatte keine Chance, alles zu verarbeiten.Es dauerte ein paar Wochen, bis ich es wirklich bemerkte: Ich war depressiv. Ich hatte bereits zuvor Depressionen und weiß wie sich das anfühlt. Aber ich hatte nie damit gerechnet, dass ich mich nach der Geburt meiner eigenen Tochter so fühle.Ich war eifersüchtig auf meine TochterMir das einzugestehen, war unglaublich schwierig. Ich habe sie gehasst. Ich war eifersüchtig auf sie, ich war verärgert. Und dann habe ich mich schuldig gefühlt.Im Großen und Ganzen hatte ich das Gefühl, dass mein Leben jetzt ruiniert ist. Wenn jemand angeboten hätte, sie mitzunehmen, hätte ich das bereitwillig hingenommen.Für diejenigen, die den Rest der Geschichte nicht lesen wollen – ich rede auch auf YouTube darüber, falls euch das besser gefällt: Der Zustand dauerte ein paar Monate an. Mein Glück ist – wenn man es Glück nennen kann – dass ich schon seit Jahren immer wieder an Depressionen leide. Deshalb weiß ich, wie ich mir selbst helfen kann.Das habe ich auch bei Isabelle gemacht. Ich habe Wege gefunden, mit der Situation umzugehen. Ich wusste, dass es eine Weile dauern würde – ich hatte jedoch keine andere Wahl, als es zu versuchen.➨ Mehr zum Thema: “Ich war monatelang im Gefängnis” - wie es sich anfühlt, an einer Wochenbettdepression zu erkrankenIch tat alles, was ich nur konnte. Ich wickelte sie, ich badete sie, spielte mit ihr und ließ sie sogar auf mir schlafen – trotzdem fühlte ich nichts.Als ich anfing, wieder zu arbeiten, merkte ich, dass es nach und nach besser wurde. Ich hatte Zeit, über Dinge nachzudenken und hatte nicht das Gefühl, dass sie ständig etwas von mir braucht. Diese Pause zu haben, half mir.Es ist unglaublich hart, jemanden zu lieben, der so viel von dir nimmt, ohne überhaupt darüber nachzudenken, etwas zurück zu geben. Das Problem ist nur, dass du so nicht denken darfst.Meine Partnerin half mir sehrDu sollst sie lieben, egal was auch ist. Du kannst anderen nicht sagen, dass du dein Baby nicht magst, geschweige denn liebst.Aber meine Partnerin stand hinter mir. Sie wusste, dass es nicht meine Schuld ist und unterstütze mich die ganze Zeit. Ohne sie wäre ich wahrscheinlich immer noch an einem düsteren Ort.Dann begann Isabelle, etwas zurückzugeben. Bei unserem ersten Ausflug, lachte sie zum allerersten Mal. Und ich spürte, wie ein Gefühl zu wachsen begann. Es war nicht groß, aber es war da.Wir hatten etwas gefunden, das funktionierte. Mit Isabelle wegzufahren und mich selbst von den ganzen Ablenkungen zuhause zu entfernen, half sehr.Aber es war auch schwer. Ich musste lernen, sie zu lieben. Es ist nicht immer eine augenblickliche Sache. Wie jede andere Beziehung erforderte es viel Zeit und Arbeit. Es hat vielleicht eine Weile gedauert, aber was ich jetzt mit Isabelle habe, ist großartig. Es war nicht einfach, diesen Punkt zu erreichen, aber irgendwann funktionierte es.➨ Mehr zum Thema: Depression und Familie: “Plötzlich war der Mann weg, den ich geheiratet hatte”Du musst einfach wissen, dass es Menschen da draußen gibt, die bereit und fähig sind, dir zu helfen. Habe keine Angst, danach zu fragen.Diese Depression bist nicht du und es ist in Ordnung zuzugeben, dass du damit nicht klar kommst. Darüber zu reden, half auch mir, mich besser zu fühlen. Meine Gedanken nach außen zu tragen – durch Beiträge wie diesen – hilft dabei, das Ganze zu verarbeiten.Alles, was ich versprechen kann ist, dass es besser wird. Ich kann dir nicht sagen wann, aber es wird passieren und du wirst es spüren. Du musst nur weiterhin dafür kämpfen.Auf meinem Blog und auf Facebook kannst du meine Geschichte weiter verfolgen. Wenn du Tipps brauchst, wie du mit einer postnatalen Depression umgehen kannst, dann schau dir mein Toolkit an.Ich will nicht, dass Andere darunter leiden, aber ich weiß, dass es Menschen geben wird. Alles was ich tun kann, ist denen zu helfen, die Hilfe suchen. Danke fürs Lesen.Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost UK und wurde von Johanna Gill aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet.(kap)

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