Gabriel räumt bei "Illner" Fehler ein: "Wir hätten die Flüchtlingsdebatte härter führen müssen"

“Vertrauen, Wahrheit, Sicherheit – was ging 2017 verloren?”, darum ging es am Donnerstag in der Talkrunde von Maybrit IllnerUnter anderem hatte sie dafür den Ehrenvorsitzenden der CSU, Edmund Stoiber, und den geschäftsführenden Außenminister Sigmar Gabriel eingeladenBeide räumten Fehler im Wahlkampf einTalkmasterin Maybrit Illner ließ am Donnerstag das Jahr Revue passieren: “Vertrauen, Wahrheit, Sicherheit – was ging 2017 verloren?” wollte sie von ihren Gästen wissen.Um diese Frage zu beantworten, waren Außenminister Sigmar Gabriel (SPD), der Ehrenvorsitzende der CSU, Edmund Stoiber, Kabarettist Serdar Somuncu, US-Journalistin Melinda Crane und ZDF-Chefredakteur Peter Frey ins Studio geladen. Illner wärmte ihre Gäste für die Diskussion auf, indem sie dem Uhrzeigersinn folgend einem nach dem anderen das Wort erteilte. Als Ice-Breaker sollte die AfD dienen. Dem deutsch-türkischen Kabarettisten Serdar Somuncu konnte sie jedoch keine großen Emotionen entlocken.  Im Gegenteil: “Dass die AfD jetzt im Bundestag ist, finde ich erstmal gar nicht so schlecht”, sagte Somuncu, “weil wir den politischen Diskurs brauchen und weil wir uns auch nur auf dieser ebene mit der AfD auseinandersetzen können.”Gabriel: “Mache mir keine Sorgen um Deutschland” Als sich Illner nach 20 Minuten zum ersten Mal an Sigmar Gabriel wandte, zeigte sich dieser tiefenentspannt – noch. “Was sind wir für ein glückliches Land: Relativ geringe Arbeitslosigkeit, steigende Renten, steigende Löhne, Haushaltsüberschüsse, und unsere größte Sorge ist, ob die Kabarettisten genügend Stoff haben für das nächste Jahr“, meint der geschäftsführende Außenminister. Die Moderatorin war sichtlich verwundert über Gabriels Herangehensweise und erinnerte ihn: “Sie müssen sich Sorgen um ihre Partei machen.”Gabriel ignorierte den Einwand und verriet stattdessen, worum er sich keine Sorgen mache: Deutschland. “Es gibt Länder, die haben eine funktionierende Regierung, aber keine funktionierenden Institutionen”, sagte er. In Deutschland sei es gerade umgekehrt, “und da ist mir dieser Fall ehrlich gesagt lieber.”Mehr noch: “Ich glaube, dass weder Neuwahlen, noch eine Große Koalition, noch irgendwelche andere Ideen wie man eine Regierung bilden kann das Land in die Katastrophe führt”, versicherte der SPD-Politiker.➨ Mehr zum Thema: “Bild”-Zeitung: Sigmar Gabriel soll mit der Politik abgeschlossen haben - und einen neuen Job suchenStoiber will ein Aufbäumen der SPDIllner ließ jedoch nicht locker. Sie wollte wissen, welche Fehler die etablierten Parteien im Wahlkampf gemacht hatten. Edmund Stoiber hatte sich dazu offenbar im Vorfeld ein paar Gedanken gemacht. ► Viele Wähler hätten wohl empfunden, dass der Ordnungscharakter der etablierten Parteien “in der Flüchtlingsfrage zerbröselt sei”, erklärte Stoiber, dass etwa Flüchtlinge gekommen seien, die gar nicht registriert worden sind.Stoiber sieht dafür sowohl die Union, als auch die SPD in der Schuld. Schon zu Beginn der Sendung sagte Stoiber, er vermisse ein Aufbäumen der SPD gegen das Abwandern der kleinen Leute. Diese hätten ja massiv die AfD gewählt. Aber der CSU-Ehrenvorsitzende glaubt: “Wenn die SPD den Ordnungscharakter in manchen Bereichen erkennt und nicht nur abstrakt diskutiert über soziale Gerechtigkeit, dann hat sie auch die Chance die Wähler zurück zu gewinnen.” Er wünsche sich, dass man wieder mehr um diese Wähler kämpft. Viele würden sich jedoch die Mühe nicht machen wollen. “Man will liberal sein, man verteufelt die AfD und man verteufelt die Wähler und das ist für mich der falsche Weg”, so Stoiber.“Wir hatten Angst ins falsche Horn zu tuten”Gabriel nimmt ihm die Kritik an seiner Partei nicht übel, das merkt man. Die beiden sind sich sympathisch, respektieren sich. Wenn der eine redet, hört der andere aufmerksam zu und scheint still zuzustimmen. Immer wieder entwischt ihnen ein Nicken und auch mal ein angedeutetes Lächeln. Irgendwann duzen sie sich. Vielleicht ist es diese Atmosphäre des Respekts und der Vertrautheit, die Gabriel doch noch dazu bringt Fehler einzugestehen. “Wir hätten die Flüchtlingsdebatte härter führen müssen”, räumte er ein. Allerdings hätte man Angst davor gehabt, “ins falsche Horn zu tuten.“ Ebenso hätte man nicht erkannt, dass das Land keine Diskussion über soziale Gerechtigkeit wolle, sondern ein Gefühl der Stabilität. ► “Wir haben es nicht geschafft, den Menschen zu zeigen: “Dieses Land ist stark genug um beides zu können, die die da sind nicht zu vergessen, und denen die kommen trotzdem zu helfen”, folgerte der geschäftsführende Vize-Kanzler. Dafür erntete er lauten Beifall aus dem Publikum.➨ Mehr zum Thema: Sigmar Gabriel: “Merkel und Schäuble machen Politik nach dem Vorbild von Trump”(jg)

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