Mein Freund hatte Sex mit einer anderen – seitdem finde ich ihn noch heißer

Dieser Text erschien ursprünglich bei Refinery29.Im Folgenden lest ihr ein Gespräch zwischen meinem Partner und mir. Ich habe ihm hierin einige Fragen zu unserer ersten gemeinsamen Sexparty gestellt. Geführt haben wir das Interview über Googlechat. Aus redaktionellen Gründen wurde das Gespräch leicht gekürzt und angepasst.Er: Also bist du bereit, das öffentlich bekannt zu machen?Ich: Ich möchte nicht so eine penible Icherzähler-Sache darüber schreiben. Das fühlt sich so... “in your face” an. Aber ich mag die Vorstellung, anderen einen Einblick in den tatsächlichen Prozess dahinter zu geben, wie ich meine Meinung zu Sexsachen entsteht. Was nun einmal häufig passiert, wenn ich mit dir rede.Er: Das ist eine gute Idee für eine Kolumne.Ich: Haha danke. Es fühlt sich locker an, weil es ein Teil meines Lebens ist. Nicht nach dem Motto “Es ist mir passiert: Ich bin die verrückte Bitch, die zu einer richtigen Sex-Party gegangen ist OMG”. So denke ich nicht darüber. Es fühlt sich wie eine (spaßige, sexy) Erweiterung unserer Beziehung an, nicht wie eine Offenbarung.Er: Ich habe das immer gerne als Abenteuer beschrieben. Heute, bei “Sexy Super Friends – Bist du nicht froh, dass ich nicht Orgie gesagt habe”?Am Titel kannst du noch arbeiten.Ich: Hahaha. Bist du dabei?Er: Bin ich.Ich: Vielen Dank, dass du heute beim Bed Post Gchat dabei bist, Baby. Bevor wir anfangen, wie fühlt es sich an der Mann hinter dem Sexvorhang zu sein, der namenlose Partner der meisten meiner intimen Onlineartikel?Er: Hahaha, es fühlt sich super an. Ja, ich meine, ich denke es fühlt sich natürlich für mich an, Teil deines Schreibens zu sein... Du bist immer sehr sorgsam damit, vorher mit mir abzusprechen, wenn du in einer Kolumne oder einem Artikel über mich schreibst.Es war gut zu sehen, dass andere Paare genau so nervös waren wie wirIch: Oh gut. Es ist mir so wichtig, dass du dich sicher und gut und wohl bei dem allem fühlst. Wir sind schon seit einer Weile auf der Liste für diese Sex-Party. Warum genau?Er: Wenn ich so darüber nachdenke, hatten wir in letzter Zeit eine kleine Flaute in unserem Sexleben gehabt. Und ich glaube, wir wollten einfach ein Abenteuer.➨ Mehr zum Thema: Sextherapeuten verraten: Diese 6 Irrtümer halten Paare davon ab, wirklich guten Sex zu habenIch: Da stimme ich dir zu... und wir hatten darüber schon so lange nachgedacht und uns gefreut, dass wir glaube ich einfach bereit waren.Er: Aber ich glaube, du hast uns auch dahin gepusht; ich war interessiert, aber hätte die Entscheidung an mir gelegen glaube ich nicht, dass wir den Sprung gewagt hätten. Nicht, dass ich es nicht machen wollte, aber ich glaube, ich war zaghafter.Ich: Ich bin wohl ein schlechter Einfluss.Er: Hahaha das bist du definitiv. Aber, ok, lass mich dich etwas fragen. Fühlst du dich je unter Druck gesetzt, wenn du deinen Beruf bedenkst, dass du vielleicht keinen schlechten Sex haben darfst?Ich: Hey, ICH führe hier das Interview.Er: Ich weiß nicht, manchmal habe ich als dein Partner das Gefühl.Ich: Wow. Nein. Ich denke eher, dass wenn ich das Gefühl habe, nicht befriedigt zu sein, dass ich mich verpflichtet fühle, etwas dagegen zu tun, das irgendwie größer ist als ich.Er: Und das ist schwer. Aber vielleicht sind wir vom Thema abgekommen.Ich: Ha, ja. Es war eine super Idee von uns, eine Woche vor der Party zum Kennenlerntreffen zu gehen. Zu sehen, dass andere Paare genau so nervös waren wie wir. Ein paar Freunde finden (Eine von denen mehr als nur “ein Freund” werden würde, um schon Mal voraus zu deuten).Er: Hahaha. Das Vorevent hat die ganze Sache irgendwie entmystifiziert. Ich glaube, es erinnerte mich daran, dass es bei einer Sex-Party vor allem darum geht, eine gute (sichere und auf gegenseitiger Zustimmung beruhende) Zeit zu haben. Anstatt einer großen dramatischen Sache.Ich: Wegen der Präsentation der Frau, die uns die Do’s und Don’ts erklärt hat?Er: Das hatte viel damit zu tun. Mit anderen darüber zu sprechen hat dazu beigetragen. Und mit dir zu sprechen. Ich glaube, wir haben uns klare Grenzen und Ziele gesetzt und dadurch habe ich mich viel sicherer gefühlt, mich einfach darauf einzulassen,Ich: In dieser Präsentation ging es um Grenzen, Erwartungen und Wünsche. War das hilfreich für dich?Er: Absolut. Ich glaube, ich bin einfach jemand, der wahnsinnig nervös wird, wenn er nicht die Regeln kennt oder weiß, was von ihm erwartet wird. Es hat also geholfen, jemanden zu haben, der mir ruhig und nett erklärt hat, was passieren wird, ohne über unsere Fragen zu urteilen, dadurch habe ich mich sehr viel sicherer gefühlt.Wir haben entschieden, dass wir beide Lust hätten, mit einer Frau zu spielenIch: Haha, das gefällt mir. Und dann war es sehr aufschlussreich, mit dir über Grenzen und Erwartungen und Wünsche zu sprechen.Er: Wir haben uns entschieden, dass keiner von uns mit jemand anderem schlafen würde.Ich: Genau. Ich bin mir immer noch nicht sicher, was ich über zwanglosen Sex denke. Und wie ich darüber denke, wenn DU zwanglosen Sex hast. Deshalb fühlte es sich richtig an, das auszuschließen.➨ Mehr zum Thema: Es gibt einen einfachen Weg, großartige Orgasmen zu erleben - doch kaum eine Frau nutzt ihnEr: Wir haben entschieden, dass wir beide Lust hätten, mit einer Frau zu spielen. Ich glaube, wir haben beide deutlich gemacht, dass uns unsere Beziehung und Sicherheit viel wichtiger war als alles andere, was auf dieser Party passiert. Dadurch sind wir beide da denke ich vorsichtiger rangegangen.Ich: Und es klar gemacht, dass es okay wäre, wenn wir einfach nur was miteinander hätten. Also, Grenzen: Kein Verkehr mit anderen. Wünsche: Einen Dreier mit einer anderen Frau. Erwartungen: Miteinander rummachen, sehen ob es uns gefällt, das öffentlich zu tun, zu sehen, wie es uns gefällt von anderen vögelnden Menschen umgeben zu sein. Außerdem haben wir gesagt, nicht mittendrin den Kurs zu wechseln – wir würden uns daran halten, was wir vorher ausgemacht hatten. Und wenn sich einer von uns unwohl fühlt, würden wir das respektieren und gehen.Er: Ich glaube unser Satz war “Lass uns ein bisschen Luft schnappen”.Ich: Haha genau. Wir waren also bereit. Und mir gefiel die Vorstellung wahnsinnig, dir einen Dreier zu ermöglichen. Außerdem stehe ich ja selber auf Frauen. Ich wollte auch schon immer einen Dreier habe, aber es ist so schwer, eine Frau außerhalb des Kontexts zu finden.Er: Was natürlich das Kennenlernen erleichterteIch: Ja, weil wir die Frau trafen, die all unsere Dreierträume erfüllen würde. Und es war leichter, sie auf der Party anzusprechen. Ich war definitiv nervös, als wir ankamen. Er: Mal ganz kurz, sind wir uns einig, dass Sushi das perfekte Essen vor einer Sex-Party ist?Ich: Oh absolut. Sushi, Wodka, und ein bisschen zuckerfreies Red Bull: Dinner für Sex-Party Champions. Als wir ankamen, war ich geschockt, wie ähnlich das jeder anderen kitschigen Brooklyn-Warehouse-Motto-Party ähnelte. Ich fand’s gut, dass es ein Motto gab, sodass wir uns nicht “für eine Sex-Party” kleiden mussten, denn wie hätte das überhaupt ausgesehen. Sondern sich einfach sexy für eine Motto-Party zu kleiden.Er: An der Bar zu warten war allerdings eine etwas surreale Erfahrung. Als wir uns mit diesem anderen Paar unterhielten? Es war das erste mal, dass ich mit jemandem sprach und die Möglichkeit, später mit der Person im Bett zu landen, sooooooo realistisch war.Eine Sex-Party ist der sicherste Ort, um ein Date mit einem Fremden zu habenIch: Ich fand die Paare interessant, die meinten “ja das ist unser drittes Date”: Und wir so “Ja, wir sind seit zwei Jahren zusammen”.Er: Ich hab auf der Toilette mit einer Frau gesprochen, die auf einem Tinder-Date war.Ich: Was?!Er: Jap.Ich: Hat sie die Person vorher schon einmal kennengelernt?Er: Einmal, glaube ich.Ich: Verdammt.Er: Und sie sagte, sie mochte ihn gar nicht so sehr, sie wollte einfach nur nicht alleine kommen,Ich: Wenn man darüber nachdenkt, ist eine Sex-Party der sicherste Ort, um ein Date mit einem Fremden zu haben. Du hast einen Raum voller Leute und Personal, die sich enthusiastisch auf gegenseitigem Einverständnis versammelt haben. Und normalen Tanz-/Trink-/Chillbereichen, die von den Räumen mit den Matratzen abgetrennt sind, wo man einfach rumhängen kann, wenn man möchte. Hat dich an dem Abend irgendwas überrascht?Er: Erstmal, dass es gar nicht so komisch war, in einem Raum voll mit vögelnden Menschen zu sein. Ich glaube, wir haben beide bemerkt, wie antiklimaktisch es war, und das soll keine Anspielung sein. Du gehst in einen Raum. Und dort sind viele Menschen. Die Sex haben. Keine große Sache. Wodurch ich mich glaube ich sofort viel wohler gefühlt habe. In den sexlosen Räumen gab es irgendwie so eine Schultanz-Atmosphäre, aber im Playroom war alles super locker und einfach.Wir wollten ein Abenteuer zusammen habenIch: Gut ausgedrückt. Wir sind also reingegangen und hatten erstmal etwas miteinander und haben uns alles angesehen. Und sahen dann die Frau vom ersten Treffen. Und sie war nicht beschäftigt und dann habe ich den Trick benutzt, den wir gelernt hatten, jemandem ein Kompliment zu machen, um dadurch zu erklären, warum man sie anschließend fragst, ob sie etwas machen möchten. ”Du hast schöne Lippen, kann ich dich küssen?” Wenn das je ein Typ zu mir sagen würde, hätte ich wahrscheinlich meine Augen verdreht und wäre weggegangen. Aber, Kontext!Er: Auf jeden.Ich: Oh, ich glaube, ich habe einfach gesagt sie sei “wunderschön, darf ich dich küssen” – und dann “du hast schöne Lippen, hast du Lust sie mit mir auf meinen Freund zu drücken?” Was ging dir da durch den Kopf?Er: Dieses Gif hier.Ich: Hahaha.Er: Ich glaube, was während dieser Anfangsphase wichtig ist, ist aufeinander und auf unseren Partner zu achten – dritten Partner. Und sicherzustellen, dass sich alle wohlfühlen und Spaß haben.Ich: Mir hat es gefallen, als du mir in die Augen gesehen hast.Er: Mir auch. Ich glaube, der Augenkontakt zwischen uns war super wichtig. Um bei unserer ursprünglichen Idee zu bleiben, ein Abenteuer ZUSAMMEN zu haben.Ich: Ich fühlte mich währenddessen sehr frei.Er: Auf jeden. Ich glaube, es hat ihr richtig gefallen.Ich: Es schien wirklich so! Das mochte ich so daran. Sie war absolut da mit uns.Er: Das Einhorn! Außerdem fand ich es richtig gut, dass wir erst die Lage gecheckt haben, bevor wir anfingen.Ihr beide habt euer Ding gemacht und ich wollte es einfach geschehen lassenIch: Sie war, in der Tat, wie ein Einhorn. Ich hab euch beide euer Ding machen lassen, wobei ich mich erstmal unsicher gefühlt habe, aber ich hatte das Gefühl, das du dich das in dem Moment angezogen hat. Und habe euch aus dem Augenwinkel beobachtet. Und erst später habe ich begriffen, dass es wirklich scharf für mich war, zu sehen wie du mit jemand anderem rummachst.Er: Ich war in dem Moment neugierig, was dich dazu bewegt hatte, das zu machen.Ich: Ihr beide habt euer Ding gemacht und ich wollte es einfach geschehen lassen. Ich weiß nicht – Ich wollte dich glücklich sehen und dass du dich begehrt und sexy fühlst.Er: Als du dich abgetrennt hast, habe ich mich ein bisschen einsam gefühlt (was seltsam ist, wenn man bedenkt, dass ich in dem Moment mit unserer Sexpartnerin zusammen war), aber unsere Absichten basierten größtenteils darauf, zusammen Spaß zu haben, deshalb war das, ich weiß nicht, vielleicht ein bisschen verunsichernd, getrennt zu sein. Verunsichernd ist übertrieben. Ich fühlte mich viel sicherer und sexier als du mit mir gespielt hast.Ich: Yippie!Er: Ich bin nicht zu einer Sex-Party gegangen, um etwas mit einer anderen Frau zu haben – Ich bin zu einer Sex-Party gegangen, um mit dir Spaß zu haben (und hoffentlich auch mit einer anderen). Und ich glaube, das ist ein wichtiger Unterschied, wie du die Absichten mit deinem*r Partner*in ausmachst. Oder sie für dich selbst ausmachst. Ist es mein Ziel, mit oder ohne meiner*m Hauptpartner*in zu spielen? Und wenn dein*e Partner*in andere Absichten hat, muss man glaube ich besprechen, wie man das navigiert.➨ Mehr zum Thema: Pornodarsteller warnen: Diese 5 Sexstellungen solltet ihr nicht nachmachenIch: Wer ist jetzt die Sexautorin? Also, zurück zur Party. Du kamst. Mit ihr. Nachdem du mich um Erlaubnis gebeten hattest, was toll war. Dann bedankten wir uns bei ihr und verabschiedeten uns von unserem Einhorn.Er: Und so mysteriös, wie sie aufgetaucht war, verschwand sie auch wieder.Ich: Der Sex, als wir nach Hause kamen, war heiß... und am nächsten Morgen darüber zu sprechen war heiß. Ein “Geheimnis” zu haben war heiß.Er: Sooooo heiß.Das ist diese “Ich will das, was sie hat”-EinstellungIch: Ich muss zugeben, dass ich mich mehr zu dir hingezogen gefühlt habe, nachdem ich an erster Hand beobachten konnte, wie eine andere Frau dich begehrt.Er: Interessant. Warum genau? Ich: Das ist diese “Ich will das, was sie hat”-Einstellung. Es erinnert daran, dass man sich objektiv einen ziemlich geilen Kerl geangelt hat. Und dich mit ihr zu sehen war ein Weckruf, dass du sexuell nicht “auf mich”, sondern “auf Frauen” stehst. Was man in einer langfristigen Beziehung schonmal vergessen kann. Unsere sexuelle Orientierung ist einprogrammiert. In einer Beziehung zu sein ist eine Entscheidung.Er: :-)Ich: Also, sind wir jetzt Sexparty-Gänger?Er: Mir gefällt es definitiv. Und dir?Ich: Ich liebe es.Er: Dann scheint es, als seien wir jetzt Sexparty-Gänger.Ich: Danke, dass du dir heute die Zeit genommen hast, Baby.Er: Es war mir ein Vergnügen.Das könnte euch bei Refinery29 auch interessieren:Hast du häufig Schmerzen beim Sex? Das könnte der Grund dafür sein“Ich wünsche mir mehr Sex, aber mein Mann spricht mich nicht mehr an”Knapp ein Drittel der Jugendlichen verhütet nicht regelmäßig – warum? (lk)

Lies mehr: http://www.huffingtonpost.de/entry/mein-...

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