Emotional wie nie: Ribery spricht über seelischen Schmerz

Emotional wie nie spricht Franck Ribery vom FC Bayern München über seine seelischen und körperlichen Verletzungen. Sogar Eltern von Mitschülern hätten den Franzosen wegen seiner Narbe gehänselt.So hat man den 34-Jährigen noch nie gesehen. Beim TV-Sender Canal Plus hat der Flügelflitzer ein seltenes und emotionales Interview gegeben. In München dagegen kennt jeder den Publikumsliebling fast nur als Frohnatur.Oder als Spaßvogel, der sich den ein oder anderen Streich mit seinen Mitspielern erlaubt. In der bayerischen Metropole hat Ribery privat ein Zuhause gefunden, was sich auch positiv auf seine Leistungen ausgewirkt hat. Beim Rekordmeister ist er aufgeblüht und zu einem Welt-Star geworden. Das war aber nicht immer so.Ribery: Spaßvogel und HassfigurDenn in Frankreich hat Ribery ein ganz anderes Image: Bei der WM 2010 in Südafrika wurde der Bayern-Star insbesondere für das peinliche Scheitern der französischen Nationalmannschaft in der Vorrunde verantwortlich gemacht. Er wurde an den Pranger gestellt. Wurde zur Hassfigur.Ribery soll damals die jungen Spieler zur Revolte aufgerufen haben, für Mobbing und Gruppenbildung verantwortlich gewesen sein. 2014 trat der Franzose ganz entnervt aus der Equipe Tricolore zurück und sprach nie wieder mit französischen Medien. Bis jetzt."Wenn du jung bist und so gezeichnet, ist das nicht einfach", erzählt er im Interview mit Canal Plus. Die Leute hätten getuschelt, "nicht weil ich schön war, oder Franck hieß oder ein guter Fußballer war, sondern weil ich eine Narbe hatte.""Guck dir dieses Gesicht an, wie der aussieht"Ribery musste Sticheleien und Häme ertragen wie "Guck dir dieses Gesicht an. Wie der aussieht. Was ist denn das für eine Narbe. Der ist hässlich." Sogar Eltern von Mitschülern hätten ihn gehänselt.Seit seinem dritten Lebensjahr muss der Bayern-Star nach einem Autounfall mit der Narbe im Gesicht leben. Die Schmerzen seien anfangs nur körperlich gewesen. Mit der Zeit verschwanden diese, dafür aber nahmen die seelischen Schmerzen zu.Doch diese Erfahrungen "haben meinen Charakter geformt und mich stark gemacht", so Ribery. Deshalb ist er auch der geworden, der er heute ist. Einer der besten Fußballer der Welt.Nach zehn Jahren an der Säbener Straße läuft sein Vertrag im Sommer 2018 aus. Wie es mit Ribery weitergeht, ist noch ungewiss. Ein Abschied des Franzosen wäre nicht nur für die Fans, sondern auch für ihn selbst wohl eine hoch emotionale Angelegenheit. Denn in seiner neuer Heimat - München - wird er geliebt, nicht gehasst wie in Frankreich.

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