Maybrit Illner will AfD-Mann Pazderski vorführen – aber macht einen Fehler

Im ZDF streiten Politiker und Journalisten über Donald TrumpMaybrit Illner will AfD-Mann Pazderski mit einem Vorwurf attackieren – ganz richtig ist der aber nichtIrre oder irre erfolgreich?An US-Präsident Donald Trump scheiden sich die Geister. Zwar ist kaum zu bestreiten, dass der Republikaner irrational handelt, jähzornig ist – und einen gefährlichen Hang zu vulgären Ausfällen besitzt. Doch auf der Haben-Seite boomt die US-Börse, die Arbeitslosenzahlen gehen zurück – und zumindest die ganz großen Krisen (wie zuletzt den Regierungs-Shutdown) konnte das Weiße Haus bislang umschiffen.Selbst hält sich Trump für einen der erfolgreichsten Präsidenten der US-Geschichte. Im ZDF-Talk von Maybrit Illner sollte diese Einschätzung einem Realitätscheck unterzogen werden. Und die Sendung geriet kontrovers.Thadeusz: “Vierjährige Grusel-Episode”Das lag zunächst einmal an Journalist Jörg Thadeusz, der den US-Präsidenten von Beginn an scharf attackiere.Eine “vierjährige Grusel-Episode in der amerikanischen Geschichte“ sei Trumps Präsidentschaft. Das liege auch an dessen Unfähigkeit strategisch zu handeln. “Wenn etwas passiert, reagiert er mit einem Affekt“, urteilt Thadeusz.Mehr zum Thema: BMW aus Trumps Konvoi rammt Polizisten – und fährt danach einfach weiterDem Moderator zur Seite sprang CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen. Er zeigte sich besorgt über die Wirkung die Trumps Politik in den Vereinigten Staaten und in Europa entfalten würde.Trumps Steuerreform, die größere Unternehmen entlaste, besitze das Potential, das Land weiter zu spalten. Europa müsse sich derweil auf neue Herausforderungen einstellen. Frei nach dem von CDU-Chefin Angela Merkel ausgegebenen Leitsatz “Wir müssen unser Schicksal jetzt in die eigene Hand nehmen”. “Wir müssen unsere Aufgaben machen”, forderte Röttgen. Es gehe um Maßnahmen, auf mögliche US-Wirtschaftssanktionen und Handelsschranken zu antworten und eine unabhängigere europäische Sicherheitspolitik zu entwerfen.AfD-Mann Pazderski empört sich über MedienAls Fürsprecher von Donald Trump fiel vor allem der stellvertretende AfD-Vorsitzende Georg Pazderski auf. Ihn machte es sichtlich wütend, dass Trump “als Depp dargestellt” werde. “Es wird kein objektives Bild von Donald Trump gezeichnet, mein Nachbar zur Linken tut gennau das gleiche!”Links von Pazderski: Moderator Thadeusz.Thadeusz erklärte: “Trump hat sich noch nie um die sozialen Sorgen gekümmert.” Der US-Präsident bediene Ressentiments, auch rassistische. “Jetzt guckt man sich diesen Typen an, dann denke ich ‘okay’”, wütete Thadeusz.Streit um Israel-Vorstoß der AfDPazderski geriet derweil noch einmal in die Defensive, als es ums Thema Israel ging. US-Präsident Donald Trump hatte die US-Botschaft von Tel-Aviv nach Jerusalem verlegt – ”Öl ins Feuer des israelisch-palästinensischen Konfliktes”, wie CDU-Mann Röttgen es formulierte.Eine Idee, mit der auch viele in der AfD sympathisieren. “Die AfD ist auch für ein Verlegen..”, begann Moderatorin Illner. Pazderksi grätschte dazwischen: “Nein, wir haben uns da noch gar nicht festgelegt”, erklärte er verdutzt.Mehr zum Thema: Trump will Palästinenser zu Friedensverhandlungen zwingenIller fragte spöttisch: “Ehrlich?” Und zitierte aus einer Erklärung der AfD-Bundestagsfraktion: “Außerdem wir gefordert, dass die Bundesrepublik Deutschland ihre Botschaft aus Tel-Aviv nach Jerusalem verlegen soll.”Illner nimmt es nicht genau“Nein, da weiß ich nichts von”, erklärte Pazderski. Es sei das Konzept eines einzelnen Abgeordneten. “Das ist ungünstig”, spottete Illner. “Dann muss diese Quelle irren.”► Wahr ist:AfD-Politiker Markus Frohnmaier hatte die Verlegung im Dezember ins Gespräch gebracht, ein entsprechender Antrag wurde ausgearbeitet. Eingebracht wurde dieser jedoch bislang nicht. Auch in der AfD soll es geteilte Meinungen über das brisante Thema geben.► AfD-Chef Alexander Gauland erklärte im Dezember: “Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt von Israel steht schon seit 1995 von Seiten der USA im Raum. Dass sich nun alle Welt darüber empört und besonders der deutsche Außenminister Gabriel sich von der Entscheidung Trumps überrascht zeigt, spricht Bände.”Moderatorin Illner gab sich an dieser Stelle zu herablassend. Die fragwürdige Haltung der Bundestagsfraktion der AfD konnte sie zwar aufdecken – nahm es dabei jedoch selbst mit den Fakten nicht zu genau. Denn: Einen Beschluss der Fraktion gibt es nicht, auch im Wahlprogramm der Rechtspopulisten kommt Israel nicht vor.In einer Sendung über US-Präsident Trump war das der ironische Schlusspunkt. 

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