Hartz-IV-Empfängerin will Kindern schönes Leben bieten - Staat stellt sich quer

Die Doku “Armes Deutschland” gibt Einblicke in den harten Alltag von Hartz-IV-Empfängern.Die 56-Jährige Rita zieht ihre beiden Enkelkinder alleine groß – der Staat lässt sie dabei im Stich.Im Video oben: Tochter einer Hartz-IV-Empfängerin schildert Teufelskreis, in dem sie gefangen ist.Rita steht in der Kinderabteilung eines Klamotten-Discounters und wischt sich die Tränen aus den Augen. Sie beobachtet, wie sich die sechsjährige Angel immer wieder im Kreis dreht und dabei den Tüll-Rock ihres Kleidchens begeistert hin und her schwingt. Doch die 56-jährige Rita wird ihrer Enkelin das Kleid nicht kaufen können, so sehr die Kleine sich auch darin verliebt hat. Als Hartz-IV-Empfängerin muss sie jede Anschaffung genau abwägen. “Es zerreisst mich immer wenn ich sehe, dass wir nie irgendwelche Wünsche erfüllen können”, sagt die Rheinländerin gegenüber dem Kamerateam von “Armes Deutschland”.Hartz-IV-Empfängerin Rita will den Kindern etwas bietenWeil ihr Sohn und seine Ex-Frau mit der Erziehung überfordert waren, kümmert sich Rita seit drei Jahren um Enkelin Angel und ihren jüngeren Bruder Ti-Jay.Gemeinsam leben die drei in einer 60 Quadratmeter großen Wohnung in der Nähe von Köln.Im Gegensatz zu Angel und Ti-Jays Eltern, widmet sich Oma Rita der Erziehung mit größter Hingebung und vollem Einsatz:► Seit die Kinder in ihre 1-Zimmer-Wohnung eingezogen sind, schläft Rita auf der Couch. Ihr früheres Schlafzimmer hat sie zum Kinderzimmer umdekoriert. ► Rita setzt sich dafür ein, dass die Kinder ihre Eltern regelmäßig sehen können und telefoniert dem verantwortungslosen Ex-Ehepaar dafür immer wieder hinterher.► Rita verbringt so viel Zeit mit den Kindern wie sie nur kann, geht mit ihnen auf den Spielplatz, oder spazieren. Denn auch wenn es an materiellen Dingen fehlt, an Liebe soll es den Kleinen nicht mangeln. Kinderarmut in DeutschlandRund 21 Prozent aller Kinder in Deutschland leben dauerhaft oder wiederkehrend in einer Armutslage. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.In einer Armutslage befinden sich demnach Kinder in Familien, die mit weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommens auskommen müssen oder staatliche Grundsicherung beziehen.Weitere zehn Prozent befinden sich zumindest vorübergehend in einer finanziell prekären Lebenslage. Laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) lebt etwa jeder siebte junge Mensch in einer Hartz-IV-Familie. Das Jugendamt scheint Ritas Bemühungen jedoch nicht wert zu schätzen. Auch nach drei Jahren hat man ihr immer noch nicht die Vormundschaft für die Kinder zugesprochen. Rita ist verzweifelt.Denn ohne offizielle Vormundschaft fallen auch die Sozialbezüge für die Kinder geringer aus, wie sie gegenüber RTL2 erklärt. Eine größere Wohnung kann sich die arbeitslose Rheinländerin also auch bis auf Weiteres nicht leisten.Arme Kinder leiden häufig unter EntwicklungsstörungenEine offizielle Pflegschaft hätte außerdem noch einen anderen großen Vorteil: Rita könnte zusätzliche Fördermittel für die Kinder beantragen.Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als dass ihre Enkel einmal ein besseres Leben haben, als jetzt. Die Chancen dafür stehen jedoch nicht gut.“Ti-Jay ist in der Entwicklung sehr weit zurück”, erklärt die Großmutter. “Wenn wir diese Fördermittel nicht bekommen, fürchte ich, dass aus ihm kein richtiger erwachsener Mensch wird, der arbeiten gehen kann. Dann wird er immer auf einem kindlichen Niveau bleiben.”Laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) leiden überdurchschnittlich viele Kinder aus Hartz-IV-Haushalten an einer psychischen oder neurologischen Behinderung. Der Anteil der Jugendlichen aus Hartz-IV-Familien an allen Behinderten, die das Bundesamt für Arbeit (BA) fördert, liege bei einem Viertel – und damit doppelt so hoch wie bei Haushalten ohne Unterstützung des Jobcenters. Mehr zu Hartz IV
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“Armes Deutschland - Deine Kinder” seht ihr auch am kommenden Dienstag um 20:15 Uhr bei RTL2.(lp)

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