SPD-Mann flucht bei "Maischberger": "Für wie bescheuert halten die die Wähler?"

Es soll um die GroKo-Parteien gehen, bei “Maischberger”. Um Angela Merkel, Horst Seehofer und Andrea Nahles, um den Vertrauensverlust der CDU, CSU und SPD bei den Wählern – und das mögliche Ende der Volksparteien. Geredet wird aber erst einmal eine knappe Viertelstunde über Fußball. Weil: Joachim Löw, das ist ja so etwas wie die Sport-Merkel oder der Sport-Seehofer, argumentiert die “Maischberger”-Redaktion. Der klebe ja auch an seinem Amt. Vorweg: Über Löws Zukunft bringt die Runde in der ARD wenig Erkenntnisse. Trotz der Anwesenheit von Sky-Moderatorin Jessica Libbertz. Oder des Kabarettisten Florian Schroeder. Der läuft vor allem beim sich an Löw anschließenden Thema Seehofer heißt: “Der hat bestimmt noch einige reaktionäre Ideen in der Tasche.” Ob oder wann Seehofer zurücktritt? Das weiß auch keiner so richtig. Von einer “schwierigen Situation”, einer “Doppelfalle zwischen Merkel und Söder”, spricht der Ex-Chefredakteur der BR, Sigmund Gottlieb.Dem “Spiegel”-Journalisten Markus Feldenkirchen tut der Bundesinnenminister sogar Leid. “Der war nicht immer die Hass- und Witzfigur, für die viele ihn heute halten. Der war ein honoriger Politiker.” Der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor verteidigt Seehofer gar, trotz der Wahlniederlage der CSU: “Klar, dass das eine Schlappe ist. Aber jetzt muss man erstmal eine Koalitionsregierung suchen. Das Spiel von Angela Merkel und Horst Seehofer ist noch nicht abgepfiffen.” Personaldiskussionen würden die Leute nerven, sagt Amthor. Es müsse um Sachpolitik gehen. Geht es in der Folge bei “Maischberger” aber nicht. Stattdessen ist nach viel Hin und Her über Seehofer die SPD an der Reihe, der nominal größte Verlierer der Bayernwahl. Bei “Maischberger” ist für dieses Thema die SPD-Legende Rudolf Dreßler zu Gast – und setzt zu einer gnadenlosen Abrechnung mit seiner Partei an. SPD-Politiker dreht auf: “Für wie bescheuert halten die eigentlich die Wähler?”“Die SPD hat in einigen Wahlkreisen in Bayern um die Fünf-Prozent-Hürde kämpfen müssen”, zeigt sich Dreßler entsetzt über das Abschneiden seiner Sozialdemokraten bei der Bayernwahl. ► “Wenn eine Parteiführung diesen Schuss nicht hört, dann gehört sie ausgetauscht.” Dreßler erbost sich darüber, dass die SPD-Spitze sich am Wahlabend habe herausreden wollen, indem sie den Streit zwischen CDU und CSU als schädlich für die eigene Partei dargestellt habe. “Denen ist wahrscheinlich nichts anderes mehr eingefallen”, sagte Dreßler. “So ein Satz, der ist nicht nur einfältig, der ist auch einfallslos.”Und dreht richtig auf: “Der Satz ‘Der Streit zwischen CDU und CSU hat unser Wahlergebnis kaputt gemacht’ – für wie bescheuert muss man den Wähler eigentlich halten, um so einen Unsinn von sich zu geben?” Mehr über die SPD:
SPD nach der Bayernwahl: 5 Folgen des Desaster-Ergebnisses

Andrea Nahles will Agenda 2010 beenden – und droht mit GroKo-Aus
Dreßler bei “Maischberger”: “Die SPD ist keine Volkspartei mehr”Er habe die SPD-Spitze damals davor gewarnt, in die GroKo zu gehen, sagt Dreßler. Er habe schon damals befürchtet, dass die Partei bei 18 Prozent landen könnte – “jetzt sind wir in Umfragen schon bei 16 oder 15 Prozent”. Eine Erneuerung der SPD während gleichzeitiger Regierungsverantwortung, wie sie Parteichefin Andrea Nahles propagierte, hält Dreßler für unmöglich: “Wie will man eine Partei erneuern, wenn die Hälfte des Koalitionsprogramms an die Substanz sozialdemokratischen Gedankenguts geht?”Mit der These “Erst das Land, dann die Partei” habe sich die SPD betrunken gemacht. Auch das ewige Nahles-Mantra, die Agenda 2010 sei ein Erfolg gewesen, habe der Partei geschadet.  ► Dreßlers Fazit in der Sendung:“Die SPD ist keine Volkspartei mehr. Wer das erzählt, hat den Schuss nicht gehört.”“Spiegel”-Journalist Markus Feldenkirchen springt Dreßer bei. Die SPD sei eine Partei, die immer wieder an sich selbst leide – und wissentlich Bündnisse eingehe, die ihr schaden. Wie eben die GroKo. CDU-Mann Amthor will davon nichts wissen. “Diese Sehnsucht nach Erneuerung in der Opposition – das hätte die SPD in Bayern ja seit über 50 Jahren machen können.” Unter anderem unter der Regierungszeit der CSU-Größe Franz-Josef Strauß. Die bringt ausgerechnet SPD-Politiker Dreßler zum Ende der Sendung ins Spiel:“Wir müssen uns an Franz Josef Strauß erinnern. Ich sage das als Sozialdemokrat: Rechts von uns rien ne va plus. Jetzt ist aber rechts von uns eine ganze Menge. Und da muss man auch die Frage stellen: Wer von den Volksparteien hat denn versagt, hat dieses durch Versagen mit bewirkt?”Maischberger hakt nach: “Ja, welche denn?” Und Dreßler setzt eine letzte Breitseite gegen seine Sozialdemokraten: “Ja, meine Partei war da doch kräftig beteiligt.” 

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