Ehemaliger Professor der Bundeswehr-Uni: Ende der Wehrpflicht lockte Extremisten an

Der emeritierte Professor Michael Wolffsohn sagt, an der Bundeswehruniversität München gebe es seit Jahren rechtsextreme Strukturen
Der Historiker lehrte früher an der Hochschule
Rechtsextreme Studenten hätten seine Veranstaltungen gemieden, da er Jude sei

Michael Wolffsohn ist wenig überrascht von den Meldungen, an der Bundeswehr-Universität München gebe es rechtsextreme Strukturen: "Ich habe damit gerechnet. Ich habe das seit Jahren in vielen Artikeln und Interviews vorhergesagt", sagte der Historiker gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk. Wolffsohn ist emeritierter Professor genau dieser Hochschule.

Zwar habe er keine Kontakte zu rechtsextremen Studenten gehabt. Denn diese hätten seine Vorlesungen gemieden, da Wolfssohn Jude sei.

Ende der Wehrpflicht brachte Extremisten zur Bundeswehr

Schon seit Jahren gebe es rechtsextremes Gedankengut in der Bundeswehr. Doch das Problem verschlimmerte sich, so Wolfssohn, nachdem Deutschland die allgemeinen Wehrpflicht im Jahr 2011 aussetzte.

Damit "zog sich die Allgemeinheit aus der Bundeswehr zurück und das lockte natürlich Extremisten an", sagte Wolfssohn gegenüber
dem Mitteldeutschen Rundfunk.

Waffen und Munition leicht zugänglich

Die Armee sei für Extremisten "sozusagen der ideale Nährboden, weil Extremisten kostenlose Ausbildung an Waffen bekommen und zweitens in unmittelbarer Nähe von Waffen und Munition sind, die man leicht entwenden kann. Das heißt, es liegt nicht an den Streitkräften, sondern es ist an der Struktur zu erkennen."

Doch Wolfssohn mahnte auch vor voreiligen Schlüssen und Pauschalurteilen. Man dürfe nicht denken, die Bundeswehr sei "eine Ansammlung von Rechtsextremisten."

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