Signal an den Westen: Reformer Rohani gewinnt Präsidentenwahl im Iran

Hassan Rohani hat die Präsidentenwahl im Iran gewonnen
58% der Wähler stimmten für ihn und seine Öffnungspolitik
Die Wahllokale wurden erst spät in der Nacht geschlossen

Der Iran hat einen neuen alten Präsidenten. Amtsinhaber Hassan Rohani konnte sich gegen seinen erzkonservativen Gegner Ebrahim Raeissi durchsetzen. Wie das iranische Innenministerium am Samstag mitteilte, bekam der 68-Jährige Rohani 58% der Stimmen – damit haben sich die Iraner klar und deutlich für die Fortsetzung seiner Öffnungspolitik ausgesprochen. "Es kann kein Zurück mehr geben", hatte Rohani vor der Wahl mehrmals betont.

نتایج اعلام‌شده تا ساعت ٨:۴۶#روحانی ۵۶.٣% #رئیسی ٣٩%https://t.co/vMk0zsmkWx pic.twitter.com/UWmSRCPT7K— ستاد روحانی (@Rouhani96ir) May 20, 2017


Iraner bekennen sich zur Öffnung

Rohani galt zwar als Favorit, doch Raessis Islamisierungskurs fand Zuspruch vom Klerus und den staatlichen Medien. Der Hardliner kritisierte vor allem die Wirtschaftsbilanz des Präsidenten in den vergangenen vier Jahren, versprach ein Ende der Wirtschaftskrise und mehr Arbeitskräfte. "Dann lieber arm und frei mit Rohani, als reich und islamisch mit Raeissi", sagte die iranische Bloggering Tina M. der Deutschen Presse-Agentur.

Raeissis Niederlage ist schon der dritte Rückschlag für die Erzkonservativen innerhalb von vier Jahren. Nach der Präsidentenwahl 2013 wurde im vergangenen Jahr bei der Parlamentswahl die gesamte politische Elite der Hardliner und Erzkonservativen in der Hauptstadt Teheran abgewählt.

Rege Wahlbeteiligung

56 Millionen Iraner waren aufgerufen, die Zukunft ihres Landes mitzubestimmen. Am Freitag hatten sich vor vielen Wahllokalen in der Hauptstadt Teheran lange Schlangen gebildet. Auch in den Provinzen war die Beteiligung nach Medienangaben lebhaft. Aufgrund des großen Andrangs hatte das Innenministerium die Abstimmung um mehrere Stunden verlängert. Die Wahllokale schlossen erst spät in der Nacht.

Bessere Beziehungen zu Saudi-Arabien?

Rohanis Wiederwahl bedeutet allerdings auch eine Weiterführung der anti-israelischen und pro-syrischen Politik des Irans. Beide Themen gehören zur unwiderruflichen außenpolitischen Doktrin der islamischen Republik. Jedoch erwägt Rohani eine Normalisierung der Beziehungen zu Saudi-Arabien. "Für Verhandlungen mit den Saudis sind wir immer offen", sagte der Präsident.

➨ Mehr zum Thema: Der Iran wählt einen neuen Präsidenten - das ist auch für den Westen spannend

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(jg)

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