Was du wissen solltest, wenn du einen Menschen mit versteckten Depressionen liebst

Wer an einer Form der hochfunktionellen Depression leidet, dem fällt alles im Leben sehr viel schwerer - auch eine Beziehung zu führen.

Experten zufolge fällt die Krankheit den meisten Menschen gar nicht auf, weil die Betroffenen sie für gewöhnlich sehr gut zu verstecken wissen.

Für die Partner der Betroffenen ist es deshalb schwierig, die Störung überhaupt zu erkennen, und die Betroffenen warten oft sehr lange, bis sie sich zum ersten Mal trauen, offen darüber zu sprechen.

Angehörigen fällt es oft schwer, die Krankheit zu verstehen

Die Symptome sind sehr ähnlich wie bei herkömmlichen Depressionen. Dazu gehören beispielsweise Reizbarkeit und extreme Traurigkeit. Allein am Verhalten der Betroffenen erkennen Außenstehende die Krankheit zumeist nicht.

Doch zum Glück ist Wissen ja bekanntlich Macht. Aufklärung über psychische Krankheiten hilft Angehörigen von Betroffenen dabei, diese Leiden ein bisschen besser zu verstehen.

Und da weltweit nur 25 Prozent aller Menschen mit psychischen Erkrankungen das Gefühl haben, dass ihre Mitmenschen Verständnis für ihren Zustand aufbringen, könnten wir ihnen mit unserem Mitgefühl sehr helfen.

Wir haben unsere Facebook-Community gebeten, uns zu erzählen, was Angehörige von Betroffenen über hochfunktionelle Depressionen wissen sollten. Und das waren die Antworten:

1. Hochfunktionelle Depressionen rauben dir die Kraft.

“Ich wünschte, mein Verlobter würde verstehen, dass ich meine Depressionen an manchen Tagen nicht aufhalten kann. Ich schaffe es nicht immer, einfach aufzustehen und meinen Tag zu beginnen, wie er das tut. Ich muss mich motivieren und mich selbst dazu zwingen, und das ist ziemlich anstrengend.” ― Lindsey Diamond

2. Bloß weil man die Krankheit nicht sehen kann, bedeutet das nicht, dass es sie gar nicht gibt.

“Ich wirke nach außen hin vielleicht glücklich und ich reiße auch mal Witze, doch sobald ich nach Hause komme, fällt die Maske und ich schaffe nur noch das Allernötigste … Alles ist unglaublich schwer.” ― Theresa Allen

3. Manchmal können Betroffene aufgrund ihrer Erkrankung nicht an gesellschaftlichen Verpflichtungen teilnehmen.

“[Ich will, dass sie] aufhören, von mir zu verlangen, dass ich bei jeder Party dabei bin, denn sie müssen verstehen, dass ich manchmal einfach etwas Zeit für mich brauche.” ― Samra Suleman

➨ Mehr zum Thema: 7 Wege, wie Menschen mit Depressionen ihren Schmerz verbergen

4. In anderen Fällen kann Ablenkung jedoch auch helfen.

“Ich persönlich muss rund um die Uhr beschäftigt sein. Es geht mir darum, mich geistig komplett auszulasten, damit die dunklen Gedanken nicht wieder auftauchen, wenn ich nachts im Bett liege.” ― Katherine Deubner

5. Niemand kann etwas für die Krankheit.

“Ich wünschte, er wüsste, dass niemand etwas dafür kann, wenn ich meine Durchhänger habe. Manchmal bin ich einfach traurig, manchmal möchte ich einfach nur im Bett liegen und manchmal muss er meine Aufgaben im Haushalt für mich übernehmen.” ― Sandra Ringle


Credit: GettyImages

6. Es gibt keine Erklärung dafür, warum die Depressionen auftauchen.

“Ich wünschte, meine Freundin wüsste, dass es selten (wenn überhaupt) einen speziellen ‘Grund’ für meine depressiven Verstimmungen gibt. Und deshalb habe ich auf die Frage ‘Was ist los?’ auch keine konkrete Antwort.” ― Beranger LeFranc

7. In den Betroffenen tobt ein innerer Kampf.

“Im Grunde genommen ist es wie ein Kampf zwischen meinem Herzen und meinem Kopf. Wenn ich mir die Seele aus dem Leib heule, sagt mein Verstand mir: ‘Was zum Teufel ist eigentlich los mit dir. Schau dir doch mal an, wie toll eigentlich alles ist!’ Und mein Herz sagt: ‘Wenn du es nicht in den Griff bekommst, werden wir sterben.’ Das geht in mir vor, wenn ich wieder einmal aus unerfindlichen Gründen emotional komplett zusammenbreche.” ― Michael Aldieri

8. Hochfunktionelle Depressionen treiben die Betroffenen ungewollt in die Isolation.

“Ich wünschte, er wüsste, dass ich ihn nicht mit Absicht ausschließe. Ich weiß nur einfach nicht, wie ich ihn mit einbeziehen soll.” ― Liv Kerr

9. Liebevolle Gesten können viel bewirken.

“Ich möchte einfach in den Arm genommen und dann für eine Weile allein gelassen werden. Für mich fühlt es sich so an, als wäre ich unter Wasser und könnte nicht atmen.” ― Sandra Ringle

10. Betroffene können nicht wirklich etwas dagegen tun.

“Ich wünschte, mein Partner würde verstehen, wie wenig ich gegen meine Depressionen tun kann. Ich kann alles absolut richtig machen, ich kann mich gut ernähren, ich kann auf mich achten, ich kann jeden Tag Sport treiben, ich kann durch Yoga wieder einen klaren Kopf bekommen, doch dann reicht ein einziger Auslöser, um all diese Bemühungen zunichte zu machen. ” ― Emily Maia

11. Du machst nichts falsch.

“Ich wünschte, er wüsste, dass er zwar der tollste Mann ist, den ich je kennengelernt habe, doch dass ein Teil von mir einfach kaputt ist und dass es nichts mit ihm zu tun hat. Selbst wenn er mir jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht zaubert, fällt es mir echt schwer, meine Depressionen aufzuhalten, sobald der Schalter einmal umgelegt ist.” ―Emily Thomas

12. Deine Unterstützung ist unglaublich wichtig.

“Ich wünschte, er wüsste, wie erdrückend das Gefühl von Traurigkeit in einer depressiven Phase sein kann … manchmal wäre es echt schön, wenn er mich einfach in den Arm nehmen würde, anstatt mir die kalte Schulter zu zeigen und mich zu ignorieren, weil es so schwer ist, mich zu verstehen. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie viel mir die Unterstützung von anderen bedeutet.” ― Avarie Downs

Das Fazit aus diesen Aussagen lautet also: Gib einen Menschen mit hochfunktionellen Depressionen niemals auf. Denn deine Liebe bedeutet alles für ihn.

Einige der Antworten wurden zur besseren Verständlichkeit leicht überarbeitet oder gekürzt.

Dieser Text erschien ursprünglich bei der HuffPost USA und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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(lk)

Lies mehr: http://www.huffingtonpost.de/2017/05/20/...

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